Das Chrsitliche in der Politik
18. September 2009 21:40: Wo sind die christlichen Werte in der Politik? Die Frage ist natürlich, welche christlichen Werte kann ich in der Politik ansetzen?
Dieser Artikel soll nicht ausdrücken, dass man - um die nachfolgenden Themenschwerpunkte in die Politik zu bringen - unbedingt ein bekennender Christ sein muss. Es bedeutet aber, dass sich - wenn man sich christlich nennt - diese Themen zwingend als Grundlage für die eigene Politik ergeben müssen.
Ich bin weder gelernter Theologe noch in repräsentativer Funktion irgendeiner Partei. D.h. die hier dargestellten Herleitungen stellen meine eigene Meinung basierend auf meinem langjährigen und sorgfältig recherchierten und diskutierten Wissensstand dar.
Zum Bilde Gottes schuf er ihn
(1. Mose 1,27)
Dem allmächtigen Schöpfergott hat es gefallen einen Menschen nach seinem Bilde zu schaffen. Man ist sich bei der Auslegung grob einig, dass dies u.a. bedeutet, dass der Mensch einen freien Willen zum freien Entscheiden hat.
Seid fruchtbar und mehret euch [...] und machet euch die Erde untertan
(1. Mose 1,28)
Ich denke man hat sich inzwischen darüber geeinigt, dass man diesen Auftrag Gottes so versteht, dass wir uns an der Schöpfung Gottes, in die wir gesetzt wurden, mit Dankbarkeit erfreuen sollen, sie nutzen aber auch ehren/respektieren und pflegen. Wir sollen Verantwortung für die Schöpfung übernehmen.
Die zehn Gebote
(2. Mose 20,1-17)
Die zehn Gebote teilt man gemeinhin in die ersten drei und die letzten sieben ein. Die ersten drei Gebote handeln von der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Gott soll als höchster und einziger Schöpfergott verehrt werden und - evtl. viel praktischer anwendbar und prüfbar - der Sabbat soll geheiligt werden. Heilig bedeutet soviel "wie zu Gott gehörig". D.h. wenn wir eine christliche Betrachtungsweise ansetzen, sollten wir den Feiertag dazu nutzen, uns nochmals vermehrt Gott zuzuwenden, innezuhalten und genau wie Gott bei seinem Schöpfungsakt am siebten Tag ruhte, den Feiertag dazu verwenden, Gott zu erfahren und seine Schöpfung zu erleben.
Die 7 letzen Gebote drehen sich um die Beziehung zwischen den Menschen. Die Achtung der Eltern, nicht zu lügen, rauben oder töten. D.h. den Respekt vor seinem Mitmenschen, vor seinem Leben, vielleicht vor seiner Lebensweise und seinem Besitz.
Vater unser
(Matthäus 8, 9-13)
In der Bergpredigt spricht Jesus Christus nicht nur die Seligpreisungen sondern erklärt auch wie man richtig und ganz einfach beten soll und teilt den Leuten das "Vater unser" mit.
- Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.
Das drückt ganz viel aus. Zum einen sollte man die Erkenntnis haben, dass man schuldig werden kann - oder einfacher ausgedrückt, dass man nicht perfekt ist. Ich bin nicht perfekt, der andere ist nicht perfekt. Daher ist es extrem wichtig, dass wir, denen, die sich an uns etwas zu Schulden kommen lassen, vergeben. Diese Einsicht selber und auch die Vergebung fordert im höchsten Maße Toleranz!
Die Nächstenliebe
Jesus Christus hat uns an das oberste Gebot erinnert: "Du sollst Gott [...] lieben [...] und Deinen nächsten wie Dich selbst".
(Matthäus 22, 37-40/ Lukas 10, 27/ Leviticus 19,18)
Nächstenliebe bedeutet aber auch meinen Nächsten mit offenen Armen aufzunehmen. Offene Arme bedeutet, dass ich dem anderen Vertrauen entgegenbringe. Dass ich dem anderen einen positive Grundstimmung entgegenbringe und gute Absichten unterstelle.
Misstrauen aber verhindert gelebte Nächstenliebe.
Freiheit lässt uns das Göttliche - das was unserem Schöpfer als Vorbild diente - leben. Unfreiheit zerstört das Göttliche in uns.
Was ist also christlich in der Politik?
Was sind also zeitgemäße Maßstäbe für eine christlich basierte Politik? Liebe, Vertrauen, Freiheit, Respekt und Toleranz.
Was aber verhindert, dass wir Politik nach christlichen Maßstäben leben?
Gleichgültigkeit, Misstrauen, Unfreiheit, Ignoranz.
Welche Partei vermag vor diesen Anforderungen zu bestehen?
Denken wir an die Partei, die sich das Christliche auf die Fahnen und in den Namen schreibt: Was ist an der CDU christlich? Die CDU fördert immer mehr das Misstrauen. Überwachungskameras, die für die Kontrolle von Bagatellfällen herangezogen werden, demonstrieren: ich misstraue dir. Frau Merkel fordert Null-Toleranz(siehe hierzu Statement von unserer Noch-Bundeskanzlerin. Null-Tolreanz!
Misstrauen verhindert die gelebte Nächstenliebe und erstickt Respekt!
Null-Toleranz verhindert Vergebung!
Die CDU entmündigt die Bürger durch zensurähnliche Bestrebungen (siehe Zugangserschwerungsgesetz aka. Zensursula) und signalisiert: Ich weiß, was gut oder schlecht für Dich ist, ich nehme Dir Entscheidungen ab und mache Dich unfreier.
Unfreiheit zerstört das Göttliche in uns.
Die CDU lebt nicht die oben genannten christlichen Werte!
Eine Partei, die christliche Werte in der Politik lebt und nicht nur im Namen trägt, sollte die Schöpfung achten und den respektvollen Umgang mit der Schöpfung fördern. Sie sollte das Vertrauen zwischen Staat und Bürgern und natürlich auch zwischen Bürgern und Bürgern ermöglichen. Angefangen mit der Annahme, dass mein Nachbar mir nichts böses will und der Bürger dem Staat nichts böses will. Ein solche Partei sollte auf Misstrauen und misstrauensbildende und misstrauensdemonstrierende Überwachungsmaßnahmen verzichten. Überwachung ist Misstrauen. Misstrauen zerstört Liebe. Liebe kann nur auf Vertrauen gedeihen.
Dann ist da noch der Respekt, der jedem ohne Ansehen der Person entgegengebracht werden sollte. Rein aus Respekt vor dem "Menschsein" eines Menschen, hat dieser Rechte auf gleiche Chancen. Bspw. freien, gleichen Zugang zu Wissen und Bildung. Es wäre respektlos, diesen Zugang manchen Menschen nicht zu gewähren oder auch nur zu erschweren.
Solche Anforderungen sehe ich viel eher bei einer Piratenpartei erfüllt. Sie legt Wert auf Freiheit, Vertrauen (und in meinen Augen damit auf Liebe) und auf freien Zugang zu Bildung und damit Respekt. Nicht die großen Volksparteien sind mehr konservativ. Die Piratenpartei ist konservativ. Sie will die Rechte und Pflichren aus dem Grundgesetz, in das auch die vor 60 Jahren auf christlichen Werten fußende gesellschaftlichen Vorstellungen eingeflossen sind, bewahren und ist damit - auch wenn sie es selber nicht merken mag - christlicher als die CDU.

