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blog/2009-09-14 Freiheit statt Angst

Freiheit statt Angst - Demo in Berlin 12.09.09

14. September 2009 21:58: Am 12.09.09 hatte der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zur Demonstration Freiheit Statt Angst nach Berlin geladen.

Sowohl Netzpolitik als auch die klassischen Medien berichteten.

Ich hatte mir die Freiheit genommen und war einfach mal mit den beistehenden Polizisten in Interaktion getreten. Am morgen des 12.09. noch versicherte ich meinem Sohn, dass die Polizisten dort alle ganz nett seien - naja, leider manche Ausnahme - und dass die auch gar keine Helme auf hätten. So bin ich dann schließlich auch bei einer Gruppe Polizisten - das muss wohl Unter den Linden/Ecke Glinkastr. gewesen sein - vorstellig geworden, habe Ihnen von meiner Aussage gegenüber meines Sohnes berichtet und bat um ein Foto. Nach einem kruzen Dialog und dem Hinweis auf sein häufiges Auftachen in allen Familienalben in der Republik hatte ich dann den Polizisten im Kasten.

Sowieso sehr interessant, dass es so viele verschiedene Polizisten gab. Manche mehr und manche weniger gepanzert. Denn dann hatten einige doch noch ihre Helme ausgepackt. Was steckt dahinter? Das machte mich neugierig. Also mal weiter schauen und nachhaken. Zurück am Potsdamer Platz nahm ich mir also nochmal ein Herz und sprach einen Polizisten mit der Videokamera an, wieso er denn eine Videokamera habe. Seine Stimmung war schon eine Ecke schlechter, als die des Polizisten, der die ganzen Familienalben ziert. Entweder muss er schon viele blöde Sprüche mit einer Videokamera auf einer Antiüberwachungsdemo erfahren haben, oder er fand meine Ansprache doof, obwohl ich versuchte, mich sachlich interessiert zu äußern.

Immerhin konnten auch wir einen kleinen Dialog führen - auch wenn ich merkte, dass es ihm wirklich nicht angenehm war - in dem ich also herausbekam, dass er damit Straftaten (Beweismaterial) filmen soll. ...und nur die - schließlich müssten auch sie sich an Gesetze halten. Ich tat meine Verwunderung kundt, dass wahrscheinlich die Straftat schon vorbei sei, wenn man die Videokamera schließlich angeschaltet hat. Wir arbeiteten dann gemeinsam die Logik heraus, dass man ein Gespür dafür entwickelt, wann sich eine Straftat zusammenbraut. Schade, die Stimmung war etwas angespannt, wahrscheinlich traute er mir nicht, auch wenn ich mir sehr viel Mühe gab ihm offen und vertrauensvoll gegenüberzutreten.

Misstrauen ist ein Nährboden für Angst. Und Angst bedeutet Unfreiheit.

Freiheit statt Angst.


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