OK, ich hätte das natürlich auch unter meine Rubrik Tipps & Tricks packen können, aber irgendwie war mir das ganze dann doch so - hm - umfassend, dass ich mir dachte: Das kann eine eigene Rubrik bekommen.
Wie erstelle ich tolle SVCDs oder DVDs von den Videos, die ich mit meinem Digitalen Camcorder gedreht habe? Die Zutaten sind
- JVC GR-D50 E, MiniDV Digital Camcorder
- Firewire Karte Belkin Firepath, Texas Instruments TSB12LV23 IEEE-1394
Und nun kann es losgehen:
Die Vorbereitungen waren bei linux1394.org nachzusehen, welche Karte ich mir kaufen musste. So fiel die schnelle Wahl auf die Belkin. Der Standardkernel meiner Distribution hat bereits die Firewire-Kernel-Module dabei. So muss ich diese nur noch laden:
modprobe raw1394 modprobe ohci1394 modprobe video1394
Außerdem noch prüfen, ob die Einträge (Major und Minor) für /dev/raw1394 und /dev/video1394 korrekt sind:
crw——- 1 corny corny 171, 0 30. Jan 11:24 /dev/raw1394 crw——- 1 corny root 171, 16 21. Mai 10:58 /dev/video1394</pre>
Die Filme kann ich nun wahlweise mit kino oder dvgrab von der MiniDV auf meine Platte schaufeln. Kino ist ein nettes grafisches Frontend, mit dem man auch die Filme noch bearbeiten kann. dvgrab ist lediglich ein Kommandozeilen-Tool, das bei mir aber stabiler gelaufen ist. Wenn ich eine ganze Kassette einlesen will, nehme ich lieber dvgrab. Wenn ich einen bestimmten Teil von der Kassette suche, nehme ich kino, da man damit den Camcorder auch schön fernsteuern kann.
Ich habe alle Filme immer im quicktime Format gespeichert. Auch wenn quicktime scheinbar unter Linux nicht wirklich ausgereift ist, aber das Programm, das ich zur Bearbeitung nutzen möchte, kann damit am besten umgehen. Mit Cinelerra werde ich nun die Quicktime Filme laden und zusammenschneiden. Cinelerra ermöglicht Schnitte, Überblenden, Laufschriften und wirklich atemraubende Video-Effekte! Auf deren Seite selber wird gesagt, es sei nicht für den Home-User. Ich finde es aber nett
Cinelerra kann man hier oder von seiner Distribution. Anleitungen zu Cinelerra sind viele im Web vorhanden. So bspw. diese
Outdated: Cinelerra hat wohl Schwierigkeiten mit der New Posix Thread Library, oder hat Redhat 9 die Schwierigkeiten damit? Jedenfalls schmiert unter RH9 - die ganz verwegen den Backport nutzen - cinelerra sofort ab. Naja, nun gibt es ja Fedora Core 6. Ansonsten ließ sich das Problem beseitigen, indem man vor dem Start von cinelerra eine Umgebungsvariable setzt:
export LD_ASSUME_KERNEL=2.2.5; cinelerra
Nun kann man sich mit Überblendungen, Bildverzerrungen usw. ohne Ende austoben.
Wenn man nun eine SVCD brennen will, muss das, was man in cinelerra erstellt hat als mpeg gerendert werden. Dabei muss man den Video-Anteil und den Audio-Anteil getrennt rendern. ACHTUNG: Beim Rendern des Video-Anteils nicht die Checkbox „progressive frames“ wählen. Das zerstört das Interlacing. Auf dem Computer sieht die mpeg-Datei zwar etwas doof aus, aber umso besser auf dem Fernseher. Dies ist mit Abstand die beste Interlacing-Seite, die ich bisher gesehen habe!
Der Audio und der Video-Anteil muss wieder zusammen ge-mplext werden. By the way: Die Camcorder-Auflösung von 720×576 habe ich die ganze Zeit beibehalten, auch wenn die SVCD-Auflösung „offiziell“ 480×576 ist. Klappt trotzdem! Blabla… keine quadratischen Pixel!
Ich hatte - da ich eine Kassette mit Short Play aufgenommen hatte - vom Camcorder die Audiodaten im Format 12bit und 32kHz. Die SVCD erwartet 16bit und 44,1kHz, so dass ich vor dem mplexen den Audioanteil noch einmal durch transcode jage. (cinelerra hat mir die Dateien film.mpa* und film.m2v* gerendert)
#!/bin/bash
for i in 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11; do
transcode -i film.mpa$i -y null,mp2enc -E44100 -o audio$i
mplex -f 5 -o video$i.mpg film.m2v$i audio$i.mpa
doneEntweder mit vcdimager und cdrdao oder nun doch noch mit kavi2svcd wird daraus dann ein SVCD-Image und eine Silberscheibe.
Einen schönen Abend! Falls es doch eine DVD werden soll, gibt es hier eine ausführliche Anleitung, wie man sein Werk auf DVD bannt: http://www.kerklied.com/adrie/presentatiedvdmakeneng.html

